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Was ist Wahrheit?

Wahrheit ist ein umstrittener Begriff. Die einen streiten ihre Existenz grundsätzlich ab - was an sich schon wieder eine Wahrheit wäre. Die anderen sehen sie in einem grundlegenden Glauben, nennen sie "Wissen" und verstehen kaum, warum andere sie zu übersehen scheinen. Aber dass es einen Unterschied geben kann zwischen dem, was man sagt, glaubt und weiß, verstehen alle. Auch was davon Vorrang hat, falls es darauf ankommt.

Ankommt worauf?

Urvertrauen

Wenn wir nach der einen Ursache fragen, die immer wieder zu menschlichem Fehlverhalten wider besseres Wissen führt, finden wir das mangelnde Gespür für die Verbundenheit mit anderen, der Umgebung und allem Höheren. Hätten wir es, wären wir uns dessen gewahr, dass alles eine einzige Bewusstseinsbewegung ist, dass jede Erfahrung in alle anderen Erfahrungen eingeht und aus dem dynamischen Gleichgewicht einer tiefen Ganzheit schöpft. Dieses umfassende Gleichgewicht ermöglicht uns einerseits, die eigene seelisch-soziale Balance flexibel zu handhaben, ohne ins Bodenlose zu stürzen. Andererseits ist Flexibilität im Kleineren ein gutes Mittel, Stabilität im Größeren zu wahren.

Wahrhaftigkeit. Mit welchem Bewusstsein wir Realität erschaffen

Zoom
Claus Janew

 Handbuch zur Selbstbefreiung


"Dieses Buch ist wie ein Koffer mit edlem Werkzeug. Sie können ihn in die Ecke stellen und bei Bedarf hervor nehmen, doch sein wahrer Wert zeigt sich erst, wenn Sie das Werkzeug einsetzen. Dann lernen Sie mit ihm und Ihrer Freude daran unvorstellbare Fähigkeiten und Kreativität in Ihrem Leben zu verwirklichen und zu einem 'wahren Menschen' zu werden." 
Kurt Folwill, Oldenburg

"Die 'Wahrhaftigkeit' ersetzt den Psychologen, ist sogar noch besser, jedenfalls für mich! Keine Wartezeit, schnell zur Hand (praktisches Format), egal wann und wo: Kurze, effektive Ratschläge und Tipps für jegliche Lebensumstände (Angst, Enttäuschung, Blockaden, sein wahres Ich finden usw.), um das seelische Wohlbefinden wieder herzustellen. Wer mehr über das Warum wissen möchte, findet ebenfalls Antworten. Beim weiteren Vertiefen in die Lektüre taucht man ohne Probleme in die interessante Philosophie des Autors ein, leicht verständlich geschrieben, durch Illustrationen gut veranschaulicht." 
Ulrike M., Leipzig

Sind Sie eines Gute-Laun-Zwangs überdrüssig und wollen Ihre Probleme wirklich lösen? In dieser ungewöhnlichen Kombination von bodenständiger Lebenspraxis und magisch anmutender Kreativität stehen Echtheit und Ernsthaftigkeit im Vordergrund, während Sie Neues über Liebe, Vertrauen und höhere Harmonie erfahren. Die Kapitel von jeweils ein bis zwei Seiten bieten Ihnen hilfreiche philosophische, psychologische und spirituelle Einsichten und klammern auch "radikale" Ansätze nicht aus. Insbesondere wird das tägliche Leben von Wahrhaftigkeit mit der Möglichkeit verknüpft, sich eine bessere Realität bewusst zu erschaffen. Ein separater Abschnitt führt Sie darüber hinaus in ein neues Verständnis unseres Daseins ein.

Online lesen (mit Play Bücher)


Höhere Harmonie - erfüllendes Leid?

Es gab Zeiten, da galt Leiden als gut, weil es einem höheren Zweck diente, dem späteren himmlischen Glück. Von anderer Warte aus wäre dies ein umfassenderes Glück, da es ja viel länger halten soll. Nicht unlogisch, nur eingleisig.

Denn hinter der gefühlten Disharmonie des Leids verbergen sich auch unmittelbare Harmonien: Unter der Trauer ist Liebe, die finanzielle Enge schreit nach geistiger Beweglichkeit, und in der Krankheit liegt Stille zum Erkennen. Nur wenn wir es nicht wahrhaben wollen, wenn wir die höhere Harmonie des Ganzen verleugnen, packt uns die Verzweiflung.

Ist Glückseligkeit sinnvoll?

Andere würden eher fragen, welchen Sinn das Leben denn haben soll, wenn nicht den, glücklich zu werden. Wirklich? Ist das alles?

Da würde vielleicht auch eine raffinierte Droge genügen, die bis an ein fernes Lebensende vollkommene Glücksgefühle beschert. Nicht?

Gut, mir wäre das auch zu dumpf. Aber was suchen wir stattdessen?

Wahrheit, Harmonie und freier Wille

Der Kanal des Realitätstrichters fasst den Wechsel der weniger bewussten Standpunkte "perspektivisch" zusammen. Doch wenn sie dort nicht nur umherspringen, wirken sie auch enger aufeinander zurück und sind stellenweise zu Kernen gewickelt, die viele Perspektiven harmonisch verbinden. (Ohne Harmonie fielen sie wieder auseinander.)

So ein vergleichsweise harmonischer Kern wie zum Beispiel unser inneres Selbst kann unser Gewahrsein (I) zusammenhalten, und von ihm gehen wahrscheinlich umfassender harmonierende Denk- und Handlungsimpulse aus als von den Anpassungsrollen unseres kleinen Egos. Andererseits kann dieses Ego mit alltäglichen Situationen oft besser umgehen. Deshalb widmen sich am besten beide ihrem jeweils eigenen Thema und profitieren nur von der Fertigkeit des anderen. Eine solche Harmonie können wir fühlen wie ein schönes Konzert. Liegt das Ego stattdessen einmal ganz auf der Linie des inneren Selbst, kann man zwar von Einheit sprechen, aber kaum von Harmonie: Die Verbindung ist zu starr und das Duett wahrscheinlich kurz.

Reichtum und Neid

Materieller Reichtum existiert nicht. Denn Reichtum wird immer empfunden. Sogar der Wert des Geistigen.

Der Materialist identifiziert sich mit seinem Besitz, der Lebenserfahrene braucht vielleicht gar keinen, und der Geistesforscher versteht womöglich nicht, was er damit soll. Alles kann tiefer oder oberflächlicher, direkter oder indirekter, mehr oder weniger mit unserer Seele harmonieren. Ja, Reichtum kann erlangt werden ganz ohne "Umwege" über äußere Ereignisse oder Errungenschaften: in meditativer Stille. Denn im Grunde haben wir ihn bereits. Wir müssen ihn nur neu entdecken.

Über Menschen urteilen

Über andere Menschen zu urteilen heißt noch nicht, sie zu verurteilen. Es ist einfach eine Wahl, die natürlich immer eine Wertung, eine Gewichtung, bedeutet. Eine solche Wertung mag aber über bloße Vorliebe hinausgehen, indem sie Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt. Das ist der Punkt, an dem sie mit den Wertungen anderer kollidieren kann.

Jeder Allgemeinheitsanspruch ergibt sich jedoch aus einem Bezug, einer gefühlten Verbundenheit oder Identifikation mit dem anderen und ist deshalb nicht beliebig. Die Frage lautet vielmehr, welcher Art die Verbundenheit ist.

Aus dem Schlaraffenland

Eine Welt, in der uns jeder Wunsch augenblicklich erfüllt wird, wäre für uns offensichtlich nicht sinnvoll, sondern einfach beliebig. Wir müssten nicht einmal einen bestimmten Wunsch haben, denn wir könnten jeden anderen ebenso gut nehmen. Wir bräuchten unsere Wünsche auch nicht zu verstehen, ja es gäbe gar nichts zu verstehen. Das, was wir jetzt von uns wissen und was als Basis unserer Wünsche dienen könnte, stünde in keinem Zusammenhang mit einer umfassender gültigen Wirklichkeit. Wir könnten uns deshalb ebenso gut unsere Auflösung wünschen. Und warum sollten wir das nicht tun?

Entweder also strukturieren wir unsere Erfahrung so, dass wir sie nicht ohne Weiteres wechseln können, stellen uns damit also bestimmte Aufgaben (etwas zu erfahren, zu entwickeln, zu integrieren). Oder - was im Grunde das Gleiche ist - sie werden für uns von einem tieferen Selbst von einer umfassenderen Ebene aus strukturiert, und wir tun gut daran, diesem Selbst zu folgen.