Urvertrauen

Wenn wir nach der einen Ursache fragen, die immer wieder zu menschlichem Fehlverhalten wider besseres Wissen führt, finden wir das mangelnde Gespür für die Verbundenheit mit anderen, der Umgebung und allem Höheren. Hätten wir es, wären wir uns dessen gewahr, dass alles eine einzige Bewusstseinsbewegung ist, dass jede Erfahrung in alle anderen Erfahrungen eingeht und aus dem dynamischen Gleichgewicht einer tiefen Ganzheit schöpft. Dieses umfassende Gleichgewicht ermöglicht uns einerseits, die eigene seelisch-soziale Balance flexibel zu handhaben, ohne ins Bodenlose zu stürzen. Andererseits ist Flexibilität im Kleineren ein gutes Mittel, Stabilität im Größeren zu wahren.

Höhere Harmonie - erfüllendes Leid?

Es gab Zeiten, da galt Leiden als gut, weil es einem höheren Zweck diente, dem späteren himmlischen Glück. Von anderer Warte aus wäre dies ein umfassenderes Glück, da es ja viel länger halten soll. Nicht unlogisch, nur eingleisig.

Denn hinter der gefühlten Disharmonie des Leids verbergen sich auch unmittelbare Harmonien: Unter der Trauer ist Liebe, die finanzielle Enge schreit nach geistiger Beweglichkeit, und in der Krankheit liegt Stille zum Erkennen. Nur wenn wir es nicht wahrhaben wollen, wenn wir die höhere Harmonie des Ganzen verleugnen, packt uns die Verzweiflung.

Ist Glückseligkeit sinnvoll?

Andere würden eher fragen, welchen Sinn das Leben denn haben soll, wenn nicht den, glücklich zu werden. Wirklich? Ist das alles?

Da würde vielleicht auch eine raffinierte Droge genügen, die bis an ein fernes Lebensende vollkommene Glücksgefühle beschert. Nicht?

Gut, mir wäre das auch zu dumpf. Aber was suchen wir stattdessen?

Wahrhaftigkeit. Mit welchem Bewusstsein wir Realität erschaffen

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Claus Janew
 Handbuch zur Selbstbefreiung

"Dieses Buch ist wie ein Koffer mit edlem Werkzeug. Sie können ihn in die Ecke stellen und bei Bedarf hervor nehmen, doch sein wahrer Wert zeigt sich erst, wenn Sie das Werkzeug einsetzen. Dann lernen Sie mit ihm und Ihrer Freude daran unvorstellbare Fähigkeiten und Kreativität in Ihrem Leben zu verwirklichen und zu einem 'wahren Menschen' zu werden." 
Kurt Folwill, Oldenburg

"Die 'Wahrhaftigkeit' ersetzt den Psychologen, ist sogar noch besser, jedenfalls für mich! Keine Wartezeit, schnell zur Hand (praktisches Format), egal wann und wo: Kurze, effektive Ratschläge und Tipps für jegliche Lebensumstände (Angst, Enttäuschung, Blockaden, sein wahres Ich finden usw.), um das seelische Wohlbefinden wieder herzustellen. Wer mehr über das Warum wissen möchte, findet ebenfalls Antworten. Beim weiteren Vertiefen in die Lektüre taucht man ohne Probleme in die interessante Philosophie des Autors ein, leicht verständlich geschrieben, durch Illustrationen gut veranschaulicht." 
Ulrike M., Leipzig

Sind Sie eines Gute-Laune-Zwangs überdrüssig und wollen Ihre Probleme wirklich lösen? In dieser ungewöhnlichen Kombination von bodenständiger Lebenspraxis und magisch anmutender Kreativität stehen Echtheit und Ernsthaftigkeit im Vordergrund, während Sie Neues über Liebe, Vertrauen und höhere Harmonie erfahren. Die Kapitel von jeweils ein bis zwei Seiten bieten Ihnen hilfreiche philosophische, psychologische und spirituelle Einsichten und klammern auch "radikale" Ansätze nicht aus. Insbesondere wird das tägliche Leben von Wahrhaftigkeit mit der Möglichkeit verknüpft, sich eine bessere Realität bewusst zu erschaffen. Ein separater Abschnitt führt Sie darüber hinaus in ein neues Verständnis unseres Daseins ein.


Wahrheit, Harmonie und freier Wille

Der Kanal des Realitätstrichters fasst den Wechsel der weniger bewussten Standpunkte "perspektivisch" zusammen. Doch wenn sie dort nicht nur umherspringen, wirken sie auch enger aufeinander zurück und sind stellenweise zu Kernen gewickelt, die viele Perspektiven harmonisch verbinden. (Ohne Harmonie fielen sie wieder auseinander.)

So ein vergleichsweise harmonischer Kern wie zum Beispiel unser inneres Selbst kann unser Gewahrsein (I) zusammenhalten, und von ihm gehen wahrscheinlich umfassender harmonierende Denk- und Handlungsimpulse aus als von den Anpassungsrollen unseres kleinen Egos. Andererseits kann dieses Ego mit alltäglichen Situationen oft besser umgehen. Deshalb widmen sich am besten beide ihrem jeweils eigenen Thema und profitieren nur von der Fertigkeit des anderen. Eine solche Harmonie können wir fühlen wie ein schönes Konzert. Liegt das Ego stattdessen einmal ganz auf der Linie des inneren Selbst, kann man zwar von Einheit sprechen, aber kaum von Harmonie: Die Verbindung ist zu starr und das Duett wahrscheinlich kurz.

Gibt es eine beständige Realität?

Wenn wir nur im ständigen Wechsel des Blickwinkels existieren können (sensorisch, psychisch, geistig) und dies sinngemäß für jeden beliebigen Wirkungsort gelten muss (Kaum hat's gewirkt, ist es anders), wie entsteht dann Stabilität, also Gleichbleibendes?

Natürlich durch Wiederholung des Wechsels: des Gedankens, der Betrachtungsweise, der gegenseitigen Bestätigung, der Wirkung. Ganz genau kann der Wechsel freilich nur einen unendlich kurzen Moment wiederholt werden, dann muss er bereits über die Wiederholung hinausreichen, um sich nicht selbst aufzuheben. Das heißt, er verändert sich insgesamt und bleibt dadurch offen. Doch zur Stabilisierung genügt schon annähernde Wiederholung. So glauben wir beispielsweise lange annähernd das Gleiche.

Bewusstsein als I-Struktur. Das Spiel der Unendlichkeiten

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Claus Janew
Skeptische Fragen, Überraschende Antworten

„Toller Lesestoff. Danke, dass Sie Ihre Arbeit dem allgemeinen Bewusstsein zugänglich gemacht haben. Ich schätze sie sehr.“ 
Dr. Marcel P. Londt, Südafrika

„Ich bin beeindruckt vom Umfang Ihres interdisziplinären Ansatzes. Es sind einige große philosophische Konzepte, die Sie sehr gut zu einem notwendigen System der Realität verweben: Potential, das Eine und das Viele, ständige Veränderung, die Wirklichkeit und Einzigartigkeit von traumartiger Erfahrung und dem Ganzen, wechselseitige Abhängigkeit, Unendlichkeit, die Bedeutung von Gegensätzen und vieles mehr. Die Kombination dieser Ideen kann keinem anderen klassischen oder modernen Denker, den ich kenne, zugeschrieben werden. Ich danke Ihnen für die Erleuchtung.“ 
E. W. Ralph, Großbritannien

Kann man Bewusstsein, Realität, Gewahrsein und freien Willen auf ein einziges Grundmuster zurückführen? Ohne etwas von ihnen aufzugeben? Dieser Dialog begründet Bewusstsein und Entscheidungsfreiheit mit einem neuen Realitätskonzept, das auch das Unendliche einbezieht, soweit wir es verstehen. Bereits die einfachste Unterscheidung beinhaltet Bewusstsein. Sie ist nicht statisch, sondern ein ständiger Perspektivenwechsel. Aus ihrer Ganzheit und Bewegung aber entsteht Wahlfreiheit, die mehr ist als umgedeutete Notwendigkeit und Unvorhersagbarkeit.  Die Einheit und Offenheit des Unendlichen ermöglicht dem Individuum kreativ zu sein, während diese Kreativität mittelbar und unmittelbar in alle anderen Individuen eingeht, ohne sie zu behindern. 

Wahrscheinlichkeitsdenken

Wägen wir zwischen zwei Alternativen ab, sagen wir zwischen Job A und Job B, dann wägen wir zwischen ihrem jeweiligen Vorrang ab. Jeder Job hat eine bestimmte Realisierungswahrscheinlichkeit, die sich während des Abwägens ändern kann, woraufhin sich sogleich die Wahrscheinlichkeit des anderen anpasst. Das heißt, wenn wir Job B vorziehen, wird Job A unwahrscheinlicher, bleibt aber im Hintergrund noch eine Weile verfügbar. Mit Job B wählen wir eine individuelle Wahrscheinlichkeits­hierarchie als solche zu unserer Realität.

Und die anderen Bewerber? Sie sind mitsamt ihren Entscheidungen ebenfalls Teil unserer Wahrscheinlichkeitshierarchie. Sie sind Aspekte unseres individuellen Gewahrseins, das sich insgesamt für eine neue individuelle Realität, eine neue Wahrscheinlichkeitshierarchie entscheidet. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die anderen Bewerber haben ihr eigenes Gewahrsein und wählen ihre eigenen Wahrscheinlichkeitshierarchien. Im jeweiligen Gewahrsein treffen wir uns alle, verschmelzen aber nicht.

Unterbewusstsein - frei oder unfrei?

Führen wir die Ergebnisse von Bewusstsein I und Bewusstsein II sowie Gewahrsein I und Gewahrsein II zusammen, ergibt sich folgendes Bild:
  • Was für uns im umschreibenden Wechsel der Perspektiven als deren gemeinsame Näherung existiert, ist uns bewusst. 
  • Entgleiten der Näherung Perspektiven, können wir ihrer immer noch gewahr sein. Sie existieren als solche im ständigen Wechsel. 
  • Alles dynamisch (das heißt im Wechsel) Existierende geht trichterartig von der bewusstesten "Öffnung" über einen sich perspektivisch "verengenden" Kanal in ein Gewahrsein über, das wir als Unterbewusstsein bezeichnen können.
  • Dieses Unterbewusstsein erstreckt sich letztlich auf All-das-was-ist.

Die Erschaffung der Realität

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Claus Janew
"Claus Janew's Unternehmen, geistige Vorgänge und Abläufe, die wir nicht immer mit unseren äußeren Sinnen analysieren, erkennen oder verfolgen können, aufs Papier zu bringen und besonders die Tiefe, mit der er das Thema behandelt, sind schlicht bewundernswert." 
Ingomar Doering, USA

"Noch immer bin ich begeistert von Ihrer Ausdrucksweise... Danke für Ihr unermüdliches Bemühen, die Menschen auf ihr eigentliches Bewusstseinspotential hinzuweisen." 
N.F., Österreich

"Immer wieder schlage ich es auf, lese Passagen, Kapitel nochmals und folge Ihren Gedanken, lächle, danke Ihnen innerlich, dass Sie es geschrieben haben, Jahre damit zubrachten Worte und Wege dafür zu finden, und erkenne in allem die perfekte Lösung..." 
C. I. M., Bayern

Warum existieren wir? Erschaffen tatsächlich wir die Realität? Worin wurzelt unser Wesen? Welche Freiheiten haben wir? Was verbindet uns intelligent miteinander? Was ist Zeit? Was genau ist von uns unsterblich? Wenn Sie Traditionskult und Oberflächlichkeit satt haben, Ihnen tiefes Denken Erfüllung bringt und Sie von Philosophie auch praktische Einsichten erwarten, dann lesen Sie jetzt "Die Erschaffung der Realität".

All-das-was-ist (Gewahrsein II)

Wenn jede Perspektive individuell ist und wenn Strukturen nur durch umschreibende Wechsel entstehen, dann kann Wechsel nicht auf das Gewahrsein (I) eines Menschen beschränkt sein. Vielmehr muss jeder beliebige Standpunkt, jeder Wirkungsort wechseln und aus Wechseln hervorgehen. (Letztlich ist es der Wechsel unendlich kleiner Punkte einer I-Struktur - definiert in Bewusstsein I).

Diese Konsequenz zieht weitere nach sich: 
  1. Wir müssen uns grundsätzlich in das individuelle Gewahrsein anderer Menschen (und sogar in nichtmenschliches) hinein­versetzen können. In der Tat fühlen wir uns ja in andere ein, könnten uns sonst nicht mit ihnen verständigen. Wir nähern uns ihren Standpunkten zumindest immer wieder an und unterhalten uns so mit Personen, die ihnen ähnlich sind. Würden wir uns vollständig hineinversetzen, wäre unser Bewusstsein schnell überfordert und müsste das meiste ins Unterbewusste verdrängen. 

Der Realitätstrichter (Bewusstsein II)

In Bewusstsein I haben wir die Bildung von I-Strukturen durch Umschreibung behandelt und in Gewahrsein I den Wechsel der Perspektive als solchen. Doch im Grunde ist beides ein und dasselbe.

Umschreibende Bewegung - Bewusstsein - ist natürlich ein Wechsel von individuellen Blickwinkeln. Und die Wahrnehmung eines Wechsels - Gewahrsein - umschreibt auch eine konstante Mitte. Der Unterschied zwischen betonter Umschreibung und betontem Wechsel liegt in der Dichte des umschriebenen Zentralbereichs. Bildet der umschreibende Wechsel (zum Beispiel zwischen Fassaden) ein Objekt aus (ein Haus), symbolisiert das inhaltlich dichte Zentrum dessen Einheit ("drin sein"). Wird der Wechsel mehr als solcher wahr­genommen, ist der Objektcharakter dünn ("Sind es mehrere Häuser oder eins?").

Das Maximum der Einheit liegt im intuitiven Mittelpunkt, während das Maximum des Wechsels im Wechsel selbst besteht. Das heißt, der Wechsel ist maßgebend und die Umschreibung abgeleitet. (Ohne Fassaden auch kein Drinnen.)

Bewusstsein und Realität. Warum wir einen Freien Willen haben

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Claus Janew
Die Frage, ob wir einen freien Willen haben, können wir nicht beantworten, indem wir sie umdeuten, sondern nur, indem wir ein erweitertes Verständnis von Bewusstsein und Realität entwickeln. Dieses Buch vereint acht Artikel:

beschreibt ausführlich die neue Lösung für das Problem der Entscheidungsfreiheit.

Spirituelle Erlebnisse - eine Frage der Beweisbarkeit?
zeigt an diesem Beispiel, wie wir unsere Realität stabilisieren.

Das Selbst, die Leere und das Gewahrsein
erklärt, warum unser Selbst mehr und keineswegs weniger ist als wir glauben.

ist eine gekürzte Fassung des gleichnamigen Buches und entwickelt eine neue Metaphysik der Selbstverwirklichung.

legt mit geschärften Argumenten dar, wie unvermeidliche Individualität und gemeinsame Realität wirklich zusammenpassen.

Individualität und das physikalische Paradigma
Laws of Form: Warum Spencer-Brown etwas daneben liegt
Radikaler Konstruktivismus - ein Hohlkörper?

Gewahrsein (I) - es ist verwickelt

Die Einzigartigkeit jedes Standpunktes, jedes Blickwinkels kann offenbar nur "überwunden" werden, indem der Standpunkt zu anderen Standpunkten wechselt. Und wiederkehrt. In solchem Wechsel allein, der auch als stetige Änderung erscheinen kann, liegt die Einheit der Welt.

Das Erfassen dieser dynamischen Einheit geht über bloßes Bewusstsein hinaus, weil Bewusstsein (I) immer zu umschreibender Kondensation neigt, das heißt zur Bildung symbolischer, quasistatischer Gegenstände. Dagegen ist der Wechsel zu anderen Standpunkten - anderen individuellen Einstellungen - natürlich offener. Die Wahrnehmung dieses Wechsels nenne ich deshalb Gewahrsein.

Gewahrsein ist also niemals "fest". Es ist immer das Werden von etwas anderem, genauer gesagt von vielem anderen: Es entsteht ständig aus dieser Wechselbewegung und besteht nur in ihr. Es ist damit auch Wahrnehmung von Potential.

Wie ist Wahlfreiheit möglich?

Die Frage ob wir frei zwischen mehreren Möglichkeiten wählen können, ohne uns diese Freiheit einzubilden oder mit Zufall zu verwechseln, führt uns zur Wahrheit über unsere Verantwortung. Denn wenn wir etwas zu verantworten hätten, das zwar von uns kommt, nicht aber durch uns entschieden wurde, wäre es nicht mehr als die Verantwortung einer Wolke für ihren Regen.

Um die Antwort zu finden, werden wir die einfache Wahl zwischen zwei Fortsetzungen unseres Tages betrachten, zum Beispiel, ob wir heute ins Kino oder ins Theater gehen. Eigentlich mögen wir beides gleich gern, obschon wir manchmal mehr auf das eine als auf das andere Lust haben. Heute ist es uns jedoch wirklich egal, wir könnten ebenso gut eine Münze werfen. Tun wir aber nicht - das wäre zu billig. Wir überlegen. Wir versetzen uns mal ins Kino, dann wieder ins Theater und wieder zurück in die Gegenwart und so weiter. Damit umschreiben wir die Ganzheit der Entscheidungssituation, wobei die Gegenwart ihr Zentrum ist. Strenggenommen ist dieses Zentrum unendlich klein, genau in der Mitte der ganzen Umschreibung mit ihren sämtlichen Details. Also in uns.

Bewusstsein (I) - was ist das?

Was auch immer Bewusstsein "ist" - es muss Struktur haben. Selbst Leere kann nur im Gegensatz zu Fülle definiert werden und Nichtdualität gegenüber Dualität (wie schon das Wort sagt). Oder es ist einfach "Mu". Und damit wäre dieses Buch - und alles sonst - zu Ende.

Ich schlage vor, wir lassen uns damit noch etwas Zeit und versuchen, von einem möglichst konkreten Bewusstsein auszugehen, von einem bewussten Gegenstand, sagen wir einem Wasserglas. Wir nehmen mit ihm etwas wahr, das wir von uns selbst unterscheiden. Aber wir unterscheiden es auch von seiner Umgebung (Tisch, Schrank, Zimmer) und bestimmen es im Vergleich mit anderen bekannten Dingen (Tisch, Tasse, Teller) zu dem, was es "ist". Das heißt, wir umschreiben sein Dasein mit Vergleichen. Ebenso stabilisiert es sich durch äußere und innere Wechselwirkungen (Eingießen und Trinken, molekulare Anziehung und Abstoßung).

Individualität und Realität

Ihre Individualität ist viel mehr als ein wenig Eigenart. Es ist eine Sicht, die nichts und niemand außer Ihnen hat. Denn sonst wäre es/er Sie selbst. Auch Sie haben Ihre Perspektive - sich selbst - schon im nächsten Moment verändert und können die Zeit nicht mehr zurückdrehen.

Der Bequemlichkeit halber verständigen wir uns auf "gemeinsame" Gegenstände, die angeblich jeder wahrnimmt, obwohl jeder aus seinem eigenen Winkel blickt. Wenn Sie sehen, wie ich einen Bleistift zu Ihnen über den Tisch rolle, glauben Sie vielleicht, es wäre derselbe Stift, den ich sehe. Doch ich sehe etwas völlig anderes als Sie. Es gibt nicht die geringste Übereinstimmung zwischen meiner Wahrnehmung und Ihrer. Denn sonst würde ich an Ihrer Stelle sitzen, Ihre Gedanken, Erinnerungen und Gefühle haben und damit eine auf mich zurollende Form verknüpfen.