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Der Kern

Begrenzen bedeutet überschreiten. Der Zugang zu allem ist alles was ist. Die Einheit aller Identitäten ist in jedem Mittelpunkt total.

Als Kern meiner Philosophie kann die altbekannte Einheit der Gegensätze betrachtet werden, aber auf neue Weise angewendet und mit der größtmöglichen Konsequenz.

Es erscheint allerdings nicht sehr hilfreich, von diesem Punkt ausgehend zu schlussfolgern, denn jede „Anwendung“ muss unabhängig begründet werden (und wurde es auch), um ihre Gültigkeit zu beweisen. So ist die Einheit der Gegensätze selbst mehr ein Resultat und wird erst dadurch zum „Ausgangspunkt“. Immerhin bietet sie einen Anschluss an die philosophische Tradition (Hermes Trismegistos, Yin/Yang, Heraklit, Cusanus, Leibniz, Hegel).

Philosophisch bewanderte Leser können auch versuchen von Alfred North Whitehead, Edmund Husserl, Ernst Cassirer oder dem Strukturalismus überzuleiten, indem sie deren Grundthesen konsequenter und synthetischer denken. 

Der Tipp für Mystiker: Komprimiert man die sieben hermetischen Prinzipien zu einem, erhält man meine Infinitesimalstruktur und damit den freien Willen. 

Wechsel ist eine Ganzheit; in ihrer Mitte ist die Einheit absolut. 
Einheit ist eine Mitte; in ihrer Ganzheit ist der Wechsel absolut.




Wie ist Wahlfreiheit möglich?

Die Frage ob wir frei zwischen mehreren Möglichkeiten wählen können, ohne uns diese Freiheit einzubilden oder mit Zufall zu verwechseln, führt uns zur Wahrheit über unsere Verantwortung. Denn wenn wir etwas zu verantworten hätten, das zwar von uns kommt, nicht aber durch uns entschieden wurde, wäre es nicht mehr als die Verantwortung einer Wolke für ihren Regen.

Um die Antwort zu finden, werden wir die einfache Wahl zwischen zwei Fortsetzungen unseres Tages betrachten, zum Beispiel, ob wir heute ins Kino oder ins Theater gehen. Eigentlich mögen wir beides gleich gern, obschon wir manchmal mehr auf das eine als auf das andere Lust haben. Heute ist es uns jedoch wirklich egal, wir könnten ebenso gut eine Münze werfen. Tun wir aber nicht - das wäre zu billig. Wir überlegen. Wir versetzen uns mal ins Kino, dann wieder ins Theater und wieder zurück in die Gegenwart und so weiter. Damit umschreiben wir die Ganzheit der Entscheidungssituation, wobei die Gegenwart ihr Zentrum ist. Strenggenommen ist dieses Zentrum unendlich klein, genau in der Mitte der ganzen Umschreibung mit ihren sämtlichen Details. Also in uns.

Bewusstsein (I) - was ist das?

Was auch immer Bewusstsein "ist" - es muss Struktur haben. Selbst Leere kann nur im Gegensatz zu Fülle definiert werden und Nichtdualität gegenüber Dualität (wie schon das Wort sagt). Oder es ist einfach "Mu". Und damit wäre dieses Buch - und alles sonst - zu Ende.

Ich schlage vor, wir lassen uns damit noch etwas Zeit und versuchen, von einem möglichst konkreten Bewusstsein auszugehen, von einem bewussten Gegenstand, sagen wir einem Wasserglas. Wir nehmen mit ihm etwas wahr, das wir von uns selbst unterscheiden. Aber wir unterscheiden es auch von seiner Umgebung (Tisch, Schrank, Zimmer) und bestimmen es im Vergleich mit anderen bekannten Dingen (Tisch, Tasse, Teller) zu dem, was es "ist". Das heißt, wir umschreiben sein Dasein mit Vergleichen. Ebenso stabilisiert es sich durch äußere und innere Wechselwirkungen (Eingießen und Trinken, molekulare Anziehung und Abstoßung).

Laws of Form: Warum Spencer-Brown etwas daneben liegt

In seinem berühmten Buch Laws of Form versucht George Spencer-Brown, die Welt aus dem Einfachsten zu konstruieren. Er beginnt mit einer einfachen Unterscheidung, zum Beispiel einem Kreis in einer sonst strukturlosen Ebene.

Er sagt nicht, dies sei die einzige Möglichkeit zu beginnen, sondern fordert den Leser einfach auf, es zu tun und dann zu sehen, was sich entwickelt. Dazu gibt er weitere Handlungsanweisungen, die möglichst viel auf möglichst wenig reduzieren.